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Eifelweg 11 Ahr-Venn-Weg mit Variante nach Hausen  
Verschneiter Eifelbaum
Verschneiter Baum am Wege

Alle Jahre wieder- eine Wanderung zwischen Weihnachten und Neujahr (2005)

Freitag, 26.12.2005
Um 10:00 Uhr sind wir in Sinzig gestartet, alle Züge waren planmäßig gefahren. Zunächst ging es ziemlich steil den Berg hinauf, am Gasthaus Ännchen, wo wir eigentlich einkehren wollten, rannten wir vorbei. Es lag aber auch nicht direkt am Wege.

Sehr schöne Pause hoch über der Ahr mit Blick in das Ahrtal an der Hubertushütte. Die Hütte war geschlossen, aber wir fanden einen gemütlichen Platz in der Kinderspielhütte daneben. Weiter ging es durch den Wald. In Ramersbach kamen wir schon kurz nach 15:00 Uhr an. Eigentlich viel zu früh, um die Tagesetappe zu beenden, aber die 12 Kilometer bis Altenahr hätten wir im Hellen eh' nicht mehr geschafft.

Odo in GlühweinhütteKurt in Glühweinhütten

Erste Einkehr im Halfenhof. Sehr, d.h. mehr als freundliche Bedienung, die uns gleich für den Abend einen Tisch reservierte. Gegen halb fünf gingen wir die letzten 2 Kilometer zur Unterkunft. Frau Schüller erwartete uns bereits und verteilte gleich Komplimente: "Sie waren mir ja so sympathisch beim Anrufen, sonst hätte ich Sie nicht genommen. Meine Kinder sagten: 'Was machst du dir zu Weihnachten solchen Stress.' Aber Sie waren so nett, da konnte ich doch nicht nein sagen."

vor RamersbachWald bei Ramersbach

Als wir nach starken Schneefällen zum Abendessen in den Halfenhof aufbrachen, meinte sie besorgt: "Seien Sie vorsichtig und trinken Sie nichts, sonst passiert bei dem Wetter noch was." Für das gute Abendessen gingen wir gerne nochmal 2 Kilometer. Odo aß Wildschweinbraten, Kurt und ich Mufflon. Kurt bekam einen Seniorenteller, obwohl der nicht auf der Karte stand, weil Odo eine Geschichte über Kurts Behinderungen erfand: "Bei dem haben die Ärzte alles halbiert, eine Niere weg, er hat nur noch ein halbes Gehirn und einen halben Magen, deshalb kann er auch nur die Hälfte essen." Frau Schüllers Mahnungen befolgten wir allerdings nicht ganz, und auch Kurt beschränkte sich beim Wein nicht auf die Hälfte des normalen Verzehrs.

Speisen im HalfenhofSpeise im Halfenhof

Auf der schneebedeckten Straße gingen wir beim Schein der Taschenlampen zurück zur Pension. Frau Schüller war noch auf: "Ich hatte keine Ruhe, um ins Bett zu gehen, doch jetzt geh ich schlafen, denn Sie sind sicher angekommen." Wir durften unsere nassen Schuhe unter die Heizung stellen.

Samstag, 27.12.2005
Obwohl uns Frau Schüller angekündigt hatte, dass sie kaum Vorräte für ein angemessenes Frühstück über die Feiertage hätte einkaufen können, bog sich fast der Tisch von dem, was sie dann doch noch hervorgezaubert hatte. Obwohl sie die Siebzig schon überschritten hat, hat sie nicht nur die Privatzimmervermietung, sie hat auch noch eine Weihnachtsbaumkultur und verkauft jedes Jahr Tannenbäume, sie hat einen Garten und legt Bohnen und "Kappes" in Fässer ein. Sie kauft nie Gemüse im Winter, das kein Wintergemüse ist. Zum Schluss durften wir noch ihre Weihnachtskrippe bewundern. Ich schoss ein Foto davon und versprach, es ihr zuzuschicken.

Frühstück bei Frau SchüllerWeihnachtskrippe von Frau Schüller in Ramersbach

Den Wanderweg fanden wir sehr schnell. Es hatte stark geschneit, auf der einen Seite konnten wir die verträumte Landschaft genießen, auf der anderen Seite war das Fortkommen im Schnee mit einigen Höhenmetern auch recht anstrengend. Hütten existierten nur auf der Landkarte. Wir bedauerten sehr, dass das "Steinerberghaus" geschlossen war. Dabei hätten wir uns so gerne aufgewärmt. Wir errreichten die Ahr, gingen weiter am Fluss entlang und kamen erst um 13:15 Uhr in Altenahr an. Jetzt war eine längere Pause fällig.

Kurt Stock im SchneeAlte Schmiede Altenahr

Wir kehrten in der "Alten Schmiede" ein. Der Wirt war sehr nett und kooperativ bei unserer Unterkunftssuche. Nach einem Telefongespräch fanden wir eine Unterkunft im Gasthaus "Zum Sahrtal" in Kirchsahr. Kurt wollte sich schonen und nahm ein Taxi den Berg hinauf bis Unterkrählingen. Als wir oben ankamen (2 Stunden ab Altenahr) war Kurt schon weitergegangen, weil es im Ort keine Einkehrmöglichkeit gab. Wir suchten dringend eine Hütte für unsere Pause, fanden schließlich im Vorraum einer Kirche einen geschützten Raum und nahmen dort sogar einen Glühwein zu uns. Wir sagten uns, wenn Gott den Menschen beim Abendmahl Wein zugesteht, dann wird er auch nichts dagegen haben, wenn zwei frierende Wanderer sich in seinem Haus mit einem Becher Glühwein aufwärmen.

Verschneite SeilbahnGlühweinkirche

Der weitere Weg zog sich noch. Gut, dass Kurt vorgegangen war, denn es wurde wieder dunkel, und Kurt mag Nachtwanderungen ja nicht. Wir kamen kurz nach 18:00 Uhr im Gasthaus Sahrtal an. Kurt saß schon am Tresen. Am Abend bekamen wir ein gutes Essen. Ich verputzte eine Probierportion Linsenravioli und als Hauptgericht Schweinebraten. Danach war ich satt und voll.

Gasthaus zum Sahrtal

Sonntag, 28.12.2005
18:20 Uhr: Heute war es recht anstrengend. Von Kirchsahr führte der Weg sofort hoch, allerdings mit einigigen Biegungen recht moderat. Im Wald gab es zwei Gaststätten, die beide geschlossen waren. Vor dem "Dicken Tünnes" wurde es recht unangenehm. Es ging aufwärts, von dem Pfad war nichts mehr zu erkennen, hoher Schnee und niedriges Unterholz erschwerten das Fortkommen. Zum Glück fanden wir den Weg dann doch noch wieder, kamen aber erst um 12:00 Uhr an der Antoniuskapelle an. In der neuen Hütte daneben bereitete Odo einen Glühwein, aber richtig gewärmt hat der auch nicht. Mit kalten Fingern gingen wir weiter.

EifelwinterVerschneiter Tex

Der Weg nach Münstereifel war dann besser zu begehen, gegen halb drei kamen wir dort an. Wir kehrten im Hotel "Zur Wolfsschlucht" ein, aber es gefiel uns nicht besonders. Es war viel Betrieb. Der Kellner war förmlich und korrekt, aber sehr unpersönlich.Wir entschlossen uns, den Rest der Tagesetappe zu fahren. Ich versuchte, bei der Information am Apothekenmuseum Unterkunftsmöglichkeiten in Pesch heraus zu bekommen. Eine der Telefonnummern, die man uns gab, war ein Glücksfall: Familie Polzin in Pesch, Ferienwohnung. Man nahm uns, wir sollten uns nur Zeit lasssen, weil alles noch gerichtet werden musste.

Bad Münstereifel im SchneeStadttor Münstereifel

Inzwischen war es dunkel geworden. Bis Pesch fuhren wir in einem ein Taxi. Der Fahrer war so nett, bei der Suche nach dem Haus die Uhr abzustellen. Die Ferienwohnung auf der Straße "Zum Heidentempel" war eine Überraschung, denn eigentlich war sie ein ganzes Haus mit großem Wohnraum und oben als Balkon ein Schlafzimmer. Zunächst wurden wir mit ausreichend Kaminholz versorgt. Herr Polzien stellte einen Kasten Bier für uns im Schnee kalt, Kurt bekam seinen Wein.

Essen bei PeschKachelofen bei Pesch

19:45 Uhr: Es gab eine Riesenportion Spaghetti mit Salat und frischem Brot als Vorspeise. Ich bin vollgefressen bis oben hin. Spaghetti bei Polzin in Pesch

Montag, 29.12.2005
Eine weitere Überraschung im Hause Polzin: wir bekamen auch noch ein sehr reichliches Frühstück Das war ein wirklich tolles Haus mit sehr netten Leuten, etwas, was Wanderer suchen und immer nur per Zufall finden.

Vor dem Ferienhaus Polzin

Durch Pesch fanden wir den Weg relativ gut, unterwegs fehlten allerdings einige Male die eindeutigen Markierungen. Insgesamt war der Weg besser zu begehen als der am Vortag, von dem etwas kriminellen Abstieg hinter Weyer einmal abgesehen.

Gegen 13:00 Uhr waren wir in Kall. Wir fanden das nette Gasthaus "Zunftstuben" im "Eifeler Hof". Der Wirt war einer vom alten Schlag, freundlich und witzig. Der Weiterweg bis Gemünd war tiefverschneit, die Sonne war herausgekommen und wir genossen die herrliche Winterlandschaft. Odo fand unterwegs eine warme Hütte, bei der nur eine Seite offen war, und da schien die Sonne hinein.

In Gemünd gingen wir erst in "Petras kleine Kneipe" und erkundigten uns nach Übernachtungsmöglichkeiten am Ort. Denn nach Kurts Philosophie bekommt man in den kleinen Kneipen ohne Zimmer immer die besten Empfehlungen. Mit dem Tipp Katharinenhof waren wir nicht 100%ig zufrieden, weil das Restaurant nur für Hausgäste Speisen anbot.

Dienstag, 30.12.2005
Gestern hat Kurt in Gemünd eine ziemliche Überraschung erlebt. Im Gemünder M-Quadrat zahlte er 10,50 € für zwei Gläser Wein, und das, nachdem wir einen Kneipenwechsel gemacht hatte, weil ihm im anderen Restaurant ein Glas Wein für 4,- € zu teuer war. Frustriert ging er ins Bett. Als ich danach noch das Haus erkundete, bekam ich an der Hotelbar einen Wein auf Kosten des Hauses spendiert. Wenn Kurt das gewusst hätte, wäre er sicher noch einmal aufgestanden. Am Morgen räumte uns der Chef des Hauses einen Sonderpreis für die Übernachtung ein. ("Wandererrabatt") Das hat uns dann mit dem "Katharinenhof" endgültig versöhnt.

Verschneite Hütte in der EifelRote Eifelsonne

Der Aufstieg hinter Gemünd war mehr als steil. Kurt meinte, das sei das schlimmste Stück der ganzen Wanderung gewesen, er spüre seine 80 Jahre und gehe auf dem Zahnfleisch. Am Kloster Mariawald aßen wir die berühmte Erbsensuppe. Odo und ich tranken ein Bier von den belgischen Trapisten aus Westmalle. Kurt ging dann die Straße nach Heimbach hinunter, weil er nicht riskieren wollte, beim Steilabstieg zu stürzen. Auf dem Radweg wanderten wir durch das Rurtal noch bis Hausen, wo wir nach einer Einkehr die Rurtalbahn nach Düren bestiegen. Diese Privatbahn war recht komfortabel, nur hatte sie keine Toilette. Und wenn man weiß, dass keine Toilette da ist, wird der Druck auf die Blase besonders groß. Jedenfalls musste ich drei Stationen vor dem Ziel erst einmal aussteigen und schnell ein "Gebüschklo" aufzusuchen. Natürlich war der Zug längst weitergefahren. Zum Glück bekam ich dann in Düren wieder Anschluss an meine Wanderkollegen...
Blick auf HeimbachEnde Eifel 11

Tagebuchaufzeichnungen, überarbeitet

Informationen zur Wanderstrecke:
Anreise mit der Deutsche Bahn bis zum Bahnhof Sinzig. Dort beginnt die Wanderstrecke 11 der Eifelvereins. (www. eifelverein.de) Insgesamt handelt es sich um eine normale Mittelgebirgswanderung, die auch einige steile Aufstiege enthält. Der Ahr-Venn-Weg endet in Monschau, es lassen sich gut noch Anschlusswege nach Belgien ins Hohe Venn finden. Wir mussten aber wegen der Schneeverhältnisse und der Kürze der Zeit über Heimbach nach Hausen abbiegen.

Wegmarkierung: Offener Winkel Länge des Originalweges: 110 Km Tagesetappen: 4 bis 6

Übernachtungensmöglichkeiten:
Pension Schüller, Ramersbach   (02646) 660
Gaststätte "Halfenhof", Ramersbach (02646) 1711 www.halfenhof.homepage.t-online.de.
Landgasthof "Alte Schmiede", Altenahr(02643) 3421
Bio Mio "Zum Sahrtal", Kirchsahr (02643) 903100 www.Sahrtal.de
Gästehaus Polzin, Pesch (02484) 918565
Hotel Katharinenhof, Schleiden-Gemünd (02444) 91260